Neuer Vorstand gewählt

Der neue Vorstand: Matthias Zahn, Prof. Dr. Alexander Wick, Klaus H. Jöckel, Rudolf Schmitt, Dr. Stefan Hebenstreit Ihintere Reihe), Manfred Berg, Dr. Ursula Mehregan, Dieter Rogalli und Claudia Sosniak (sitzend); Foto: Rogalli 2021

Am 1. Oktober 2021 fand im Bürgerhaus Kronepark Auerbach die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstands und der Kassenprüfer statt. Zum Vorsitzenden wurde Klaus H. Jöckel und Claudia Sosniak zur Stellvertreterin gewählt. Schriftführer bleibt in bewährter Weise Rudolf Schmitt, das Amt des Rechners oder der Rechnerin ist vorläufig vakant. Zu Beisitzer/in wurden gewählt: Manfred Berg, Dr. Stefan Hebenstreit, Dr. Ursula Mehregan, Dieter Rogalli, Prof. Dr. Alexander Wick und Matthias Zahn. Die Kasse werden künftig Holger Steinert und Ottfried Zillig prüfen. Bei der konstituierenden Vorstandssitzung kam es zu einem regen Gedankenaustausch mit vielen neuen Ideen, die jetzt strukturiert werden sollen. Sowohl Tagesfahrten als auch Vorträge sind nun wieder geplant.

700 Jahre Bestätigung der Stadtrechte Bensheim

Mitteilungen Nr. 84/2. Halbjahr 2021

Rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung ist die aktuelle Ausgabe der Vereinszeitschrift „Mitteilungen“ herausgekommen. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit dem Jubiläum der Stadtrechtsbestätigung aus dem Jahre 1320. Prof. Friedrich Battenberg beschreibt in seinen „Gedanken zur Stadtwerdung von Bensheim an der Bergstraße“ eine völlig neue Sicht auf ein komplexes Machtgefüge zwischen dem Landesherrn, dem Erzbischof Peter von Aspelt, und den konkurrierenden Kandidaten für Königswahl und Kaiserkrönung. Und in diesem Zusammenhang können die bisherigen Interpretationen zu den nicht eindeutig definierten Stadtrechten von Bensheim in einem völlig neuen Licht gesehen werden. Das Korreferat von Klaus Jöckel behandelt äußerst kenntnisreich die „Darstellung des alten Bensheim in der Literatur“ und geht quellenkritisch auf die bisherigen Veröffentlichungen zur Lokalgeschichte ein. In einem weiteren Beitrag „Annus horribilis“ beschreibt Claudia Sosniak die Pulverexplosion am Marktplatz aus dem Jahr 1822, bei der um die 15 Häuser in der Hauptstraße zerstört oder schwer beschädigt wurden.

Weltkriegsopfer und Verschriftlichung von Dialekt

Mitteilungen Nr. 83/1. Halbjahr 2021

Etwas später und viel dicker: Die aktuelle Ausgabe der „Mitteilungen des Museumsvereins Bensheim“ liegt nun vor. Im Mittelpunkt stehen der Zweite Weltkrieg und seine Toten in Bensheim mit den Stadtteilen. Der Beitrag von Manfred Berg ist aus der Vorlage zu einem Vortrag hervorgegangen, der bereits 2020 zum 75. Jahrestag des Kriegsendes vorgesehen war. Einbezogen in die Gesamtdarstellung der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsgeschehnisse sind neben den zivilen Opfern auch die Hinrichtung von drei jungen deutschen Soldaten, die „Kirchbergmorde“, die Erschießung US-amerikanischer Kriegsgefangener sowie die gewaltsamen Todesfälle und Ermordung von Zwangsarbeitern, KZ-Häftlingen und DPs. Ergänzt wird der Beitrag durch eine Auflistung von über 680 gefallenen, gestorbenen oder für tot erklärten Soldaten, die aus den Personenstandsregistern von Bensheim und seinen Stadtteilen ermittelt werden konnten. Insgesamt werden über 800 Todesopfer von Gewaltherrschaft und Krieg benannt.

 

Ergänzend dazu hat Claudia Sosniak eingehend die „Grabstätte Zwangsarbeiter“ auf dem Bergfriedhof Auerbach bearbeitet. Das Gräberfeld außerhalb der Friedhofsmauer wird immer wieder als „Griechengrab“ bezeichnet, was nicht ganz zutreffend ist. Nach aktuellem Forschungsstand sind hier acht Griechen, sieben Russen und sieben Polen bestattet. Auch die Namen auf der Grabplatte sind nicht alle korrekt. Am Ende ihres Beitrags listet Sosniak ihre Rechercheergebnisse auf und appelliert, nach über 70 Jahren die Namen auf dem Grabstein zu aktualisieren.

 

Ganz aktuell geht Stefan Hebenstreit  in seinem Beitrag über „Die Herausforderung in der Populärkultur und im Kommunalmarketing, Dialektlaute zu verschriftlichen“ auf die Debatte um den Titel „Winzerfest dehaam“ ein. Im Mittelpunkt steht hier die Frage „oa, ao,  oder aa“? An etlichen Beispielen beschreibt Hebenstreit die lokalen Unterschiede in der Aussprache und die Schwierigkeit, dies schriftlich darzustellen. Insbesondere die Dialektform von „daheim“ führte zu erbitterten Diskussionen, ob „dehaam“ oder „dehoam“ korrekt sei.